Pressemitteilung | Heilmittelversorgung unter Reformdruck – wirtschaftliche Steuerung darf Versorgung nicht gefährden
Pressemitteilung
Heilmittel unter Reformdruck – wirtschaftliche Steuerung darf Versorgung nicht gefährden
Mit dem ersten Bericht der FinanzKommission Gesundheit liegt ein weitreichender Maßnahmenkatalog zur Stabilisierung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) vor. Bereits ab 2027 soll eine prognostizierte Finanzierungslücke von rund 15,3 Milliarden Euro geschlossen werden.
Zur Begrenzung der Ausgabendynamik nimmt die Kommission explizit auch die Heilmittelversorgung in den Fokus. Vorgesehen sind unter anderem ein Preismoratorium sowie strukturelle Eingriffe in Vergütungs- und Verordnungsmechanismen . Damit geraten Heilmittelerbringer zunehmend in den Kontext gesundheitspolitischer Steuerungsmaßnahmen.
Diese Entwicklung ist politisch gewollt – sie birgt jedoch erhebliche Risiken für die Versorgung.
Heilmittel sind kein nachgelagerter Kostenblock, sondern ein tragender Bestandteil der Patientenversorgung. Sie wirken frühzeitig, stabilisieren Krankheitsverläufe und verhindern kostenintensive Folgebehandlungen. Eine einseitige Ausrichtung auf kurzfristige Einsparpotenziale greift daher strukturell zu kurz und verkennt die Systemfunktion der Heilmittelerbringer.
Die aktuelle Reformdebatte zeigt eine klare Tendenz: Die Steuerung des Gesundheitswesens verschiebt sich zunehmend von einer versorgungsorientierten hin zu einer ausgabenorientierten Logik.
Dies wirft zentrale Fragen auf:
- Wie wird Versorgungsqualität künftig bewertet?
- Welche Rolle spielt Prävention im Finanzierungssystem?
- Und in welchem Umfang werden Heilmittelerbringer in politische Entscheidungsprozesse eingebunden?
podo deutschland sieht in den aktuellen Reformüberlegungen einen Wendepunkt für die Heilmittelversorgung.
Die geplanten Maßnahmen dürfen nicht dazu führen, dass präventiv wirksame Leistungen geschwächt werden oder Versorgungsstrukturen unter wirtschaftlichen Druck geraten. Eine nachhaltige Stabilisierung der GKV kann nur gelingen, wenn Einsparmaßnahmen mit einer Stärkung effizienter und präventiver Versorgungsbereiche einhergehen.
podo deutschland fordert daher:
- eine klare gesundheitspolitische Einordnung der Heilmittel als Bestandteil der Präventions- und Grundversorgung,
- die konsequente Berücksichtigung langfristiger Versorgungseffekte,
- sowie die aktive Einbindung der Heilmittelerbringer in alle weiteren Reformprozesse.
Vollständiger Bericht der FinanzKommission Gesundheit: Hier klicken und ansehen
© Deutscher Verband für Podologie (ZFD) e.V. Stand: 01.04.2026
