Podologe/Podologin
Podologe/Podologin Ein Gesundheitsfachberuf mit Zukunft
Deutscher Verband für Podologie (ZFD) e.V.

Offener Brief - Aktuelle Situation, turbulente Zeiten im Bundesverband. Stellungnahme Präsidium

News

Turbulente Zeiten in unserem Berufsverband

Liebe Kolleginnen und Kollegen,


momentan erleben wir turbulente Zeiten in unserem Berufsverband podo deutschland. Um
drohenden Schaden abzuhalten, hat das amtierende Präsidium beschlossen, Sie in einem offenen
Brief zu informieren, damit Sie die derzeitige Lage selbst beurteilen können .


Im vergangenen November wurde den Landesvorsitzenden seitens des damaligen Präsidiums auf der
Bundesarbeitstagung in Fulda ein Konzept der Zentralisierung unterbreitet. Die Landesverbände
sollten zu einem gemeinsamen Bundesverband eingeschmolzen, die Geschäftsstellen in den Ländern
sozialverträglich abgebaut und das Vermögen und die künftigen Mitgliedsbeiträge der Länder in den
Bundeshaushalt eingehen.


Dieses Konzept wurde ausführlich diskutiert. Es gibt Vorteile und Nachteile, die dabei zu beachten
sind. Letztendlich war hierfür jedoch keine Mehrheit zu gewinnen.


Unser Berufsverband podo deutschland setzt sich seit vielen Jahrzehnten erfolgreich für die Belange
unseres Berufsstandes ein und wird diese Rolle auch künftig wahrnehmen. Bedenkt man, dass unsere
Landesverbände zum Teil schon über siebzig Jahre bestehen, während unser Bundesverband seit 64
Jahren existiert, so haben sich bewährte Strukturen entwickelt, deren Zerstörung nicht ratsam ist.


Durch unseren gelebten Föderalismus und das intakte demokratische Zusammenwirken des
Bundesverbandes mit den jeweiligen Landesverbänden und letztlich mit Ihnen, den einzelnen
Mitgliedern, kann Berufspolitik am effektivsten betrieben werden. Weiterhin ist der große Vorteil
unseres föderalen Systems, dass Sie in jedem Bundesland eigene Ansprechpartner haben, die sich um
Ihre ganz persönlichen Belange kümmern und die SIE direkt wählen und auch abwählen können.


Dass Föderalismus ein gutes System ist, zeigt bereits der Erfolg der Bundesrepublik seit Mitte des
letzten Jahrhunderts. Es ist nicht immer eitel Sonnenschein, aber das Ergebnis ist am Ende meistens
durchdachter und damit erfolgreicher als der einzelne von oben aufgezwängte Systemgedanke.


Ein gut aufgestelltes Präsidium mit aktiven Landesverbänden betreibt vor Ort am besten
Berufspolitik. Nur so wird sichergestellt, dass die Mitglieder einen Ansprechpartner haben, ihre
Probleme gehört und von dem sie ernst genommen werden.


Sollten Sie den Eindruck haben, dass das bisher nicht immer der Fall war, bedauern wir dies zutiefst.
Wir, das neue Präsidium, werden in Zusammenarbeit mit den Landesvorsitzenden alles dafür tun,
die Interessen unserer Mitglieder bestens zu vertreten . Die Bereitschaft der Landesverbände zur
konstruktiven Mitarbeit war und ist immer vorhanden. Um politisch verhandeln zu können, muss
man als maßgeblicher Verband anerkannt sein. Die maßgeblichen Verbände in der Podologie sind
einzig podo deutschland und der VDP. Wir verhandeln für Sie.



Brauchen wir einen weiteren Verband oder schadet uns diese Zersplitterung?



Will man Fortschritte für die Podologen und für den Berufsstand erzielen, muss man gegenüber den
Vertragspartnern, der Industrie und der Politik einheitlich und professionell auftreten. Das Gründen
von immer neuen Verbänden - unabhängig von der Qualität der Ideen - schädigt den Berufsstand
und ist bei allen Verhandlungen kontraproduktiv. Ziele lassen sich nur durch ein geschlossenes,
einheitliches Auftreten verwirklichen. Unser Berufsstand wirkt durch eine solche Zersplitterung
unglaubwürdig und kann leicht ausgespielt werden.


Es heißt, Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Ja, wir haben vertraut. Uns allen ist immer wieder
versichert worden, wie kompetent podo deutschland geführt wurde und dass seit November 2018,
mit dem Rücktritt der Vizepräsidentin, dieser Verband nur mehr ein schlecht funktionierender
Scherbenhaufen sei.


Im Januar 2019 legte der zweite Vizepräsident ebenfalls sein Amt nieder, kurz darauf kündigten die
drei Mitarbeiterinnen der Geschäftsstelle geschlossen. Heute wissen wir, dass das ehemalige
Mitarbeiterteam und die damaligen Funktionäre wieder zusammen arbeiten.


Der Gedanke drängt sich auf, dass wir alle gezielt in eine derartige Situation gebracht worden sind.
Eine deaktivierte Bundesgeschäftsstelle und die Herausforderung, in akribischer Kleinarbeit an
Informationen zu kommen und Arbeitsabläufe zu verstehen und umzusetzen hat uns in den letzten
Wochen gefordert und gezeigt, dass das neue Präsidium ein kompetentes und professionelles Team
ist. An dieser Stelle ein ganz herzlicher Dank an alle Funktionäre und Geschäftsstellen, die uns
solidarisch unterstützt haben.


Liebe Mitglieder, die Gründung eines neuen Splitterverbandes schadet unserem Berufsstand. Die
Stärke und das politische Gewicht unseres Bundesverbandes podo deutschlandwird nur dann
erhalten, wenn Sie bei Mitgliederversammlungen Ihres Landesverbandes Ihr Mitbestimmungsrecht
ausüben und für den Verbleib Ihres Landesverbandes im podo deutschland stimmen.


Wir leben in einer Demokratie. Wer sich in unserem Verband nicht wohlfühlt, hat jederzeit die
Möglichkeit zu kritisieren, ohne dass er sofort gekündigt wird, aber auch zu kündigen und sich einem
anderen Verband anzuschließen. Entscheiden Sie selbst, bevor über Sie entschieden wird .


Gemeinsam stark - podo deutschland.