Podologe/Podologin
Podologe/Podologin Ein Gesundheitsfachberuf mit Zukunft
Deutscher Verband für Podologie (ZFD) e.V.

Ergänzungsvereinbarung tritt rückwirkend zum 01.01.2019 in Kraft

News

Die Ergänzungsvereinbarung und die Zusatzvereinbarung zum Rahmenvertrag wurden von unserer neuen Präsidentin Ruth Trenkler unterzeichnet.

Die Ergänzungsvereinbarung zum Rahmenvertrag über die Durchführung von podologischen Leistungen (RV-P) mit dem AOK Bundesverband (Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein, Sachsen und Thüringen) tritt rückwirkend zum 01.01.2019 in Kraft.

 

Neu: § 6 Abs. 4a: "Auf einer Verordnung ist eine Unterschreitung der Frequenz zwischen den Behandlungstagen, bis zu einem Zeitraum von zwei Werktagen, aus praxisorganisatorischen Gründen auch ohne Rücksprache mit dem verordnenden Arzt zulässig, damit das angestrebte Therapieziel weiterhin gesichert ist. Erfolgt eine Unterschreitung aus medizinischen Gründen gilt § 6 Abs. 4 des Rahmenvertrages."

 

(§ 6, Abs. 4: Es ist darauf zu achten, dass die Frequenz innerhalb des Behandlungsfalls eingehalten wird. Eine Abweichung ist nur zulässig, wenn zuvor zwischen Therapeut und verordnendem Vertragsarzt ein abweichendes Vorgehen verabredet wurde. Die einvernehmliche Änderung ist vom Therapeuten auf der Rückseite des Verordnungsvordrucks zu dokumentieren).

 

Das bedeutet konkret: Wenn der Patient nur deswegen einen früheren Termin bekommt, weil Sie sonst keinen anderen Termin frei haben, entfällt für Sie bis zu zwei Tagen eher die Rücksprache mit dem Arzt. Sie vermerken lediglich unter "Abweichung von der Frequenz“: praxisorganisatorische Gründe.

 

Sollten Sie aber der Meinung sein, der Patient müsse unbedingt eine kürzere Behandlungsfrequenz einhalten, um den Therapieerfolg nicht zu gefährden, ist dies nach wie vor mit dem Arzt abzusprechen und entsprechend zu dokumentieren.

 

§ 11 wird neu hinzugefügt:

 

"Nach erstmaliger Eröffnung einer podologischen Praxis ist bis zum Ablauf eines Jahres, gerechnet ab Zulassungsbeginn der Praxis, eine Teilabrechnung der bereits erbrachten Leistungen möglich. Hierfür kann pro ärztliche Verordnung einmalig nach Erbringen von drei Behandlungen eine Zwischenrechnung bei den von Krankenkassen benannten Stellen (Daten- und Papierannahmestellen) unter Vorlage der Originalverordnung sowie der Empfangsbestätigung des Versicherten/der betreuenden Person eingereicht werden. Zum Abschluss der Behandlungsserie ist für die übrigen Behandlungen eine Kopie der Verordnung einzureichen, auf der sich auch die übrigen originalen Empfangsbestätigungen des Versicherten/der betreuenden Person befinden. Die Teilabrechnung ist ausschließlich unter dem Namen des Leistungserbringers einzureichen. Es ist das für den Tag der Leistungserbringung und die Praxis/Zweigniederlassung, in der die Leistungen abgegeben wurden, maßgebliche IK zu verwenden. Bereits abgerechnete Leistungen sind auf der Verordnungskopie durch einen Vermerk kenntlich zu machen und können nicht erneut nach Beendigung der Behandlungsserie in Rechnung gestellt werden."

 

Dieser Paragraph ist eine Erleichterung für Berufsanfänger, die ansonsten bei Heilmittelverordnungen über sechs Behandlungen bei den vielen laufenden Kosten lange auf die Bezahlung warten müssen.

 

Die letzte Ergänzung betrifft die Abrechnung bei Amputationen:

 

"Ist an einem oder beiden Füßen nach erfolgter Amputation mindestens ein behandlungsfähiger Teil der Ferse erhalten (bis einschließlich einer Amputation nach Pirogoff-Spitzy), kann eine podologische Komplexbehandlung in Abrechnung gebracht werden, sofern die Behandlung beider Füße medizinisch notwendig ist und ärztlich verordnet wurde."

 

Das bedeutet, auch wenn nur noch ein kleiner Teil der Ferse vorhanden ist, kann man eine PK über beide Füße abrechnen, sofern der Restfuß behandlungsbedürftig ist und der Arzt dies verordnet.